REFA-FACHMANN · BUNDESWEIT IM EINSATZ · SELBSTSTÄNDIG SEIT 2004

Fachbeitrag

Rüstzeit berechnen — und warum kleine Lose so teuer sind.

Die Rüstzeit fällt je Auftrag einmal an, egal ob Sie zehn oder tausend Stück fertigen. Genau deshalb entscheidet sie darüber, ob ein Kleinauftrag Geld bringt oder kostet.

Was zur Rüstzeit gehört

Gemessen wird vom letzten Gutteil des alten Auftrags bis zum ersten Gutteil des neuen. Alles dazwischen ist Rüsten: Werkzeug holen und wechseln, Maschine einrichten, einfahren, Erstmuster prüfen, Papiere und Restmaterial zurückbringen.

Rüstgrundzeit

Der eigentliche Rüstvorgang, auf Normalleistung bezogen

t_rg
Rüstverteilzeit

Zuschlag für Störungen und persönliche Unterbrechungen beim Rüsten

t_rv
Rüsterholungszeit

Zuschlag bei körperlich schwerem Rüsten, häufig 0

t_rer
Rüstzeit

Summe der drei Anteile, einmal je Auftrag

t_r

Rechenbeispiel aus einer Stanzerei

Auftragszeit T = t_r + m · t_e. Bei 50 Stück verteilen sich 42 Minuten Rüsten auf 40 Minuten Fertigung — der Auftrag kostet fast doppelt so viel Zeit wie die reine Bearbeitung. Wer mit einem pauschalen Rüstzuschlag kalkuliert, verrechnet sich hier in beide Richtungen.

42 min
Rüstzeit t_r
0,8 min
je Stück t_e
+84 %
bei Los 50
+4 %
bei Los 1.000

Drei Fehler, die ich regelmäßig sehe

Pauschal

Ein fester Rüstzuschlag in Prozent für alle Maschinen und Lose

falsch
Zu früh gestoppt

Einfahren und Erstmusterprüfung werden nicht mitgerechnet

zu kurz
Einmal gemessen

Werte von vor zehn Jahren, seither neue Werkzeuge und Spannmittel

veraltet

Rüstzeit auch außerhalb der Fertigung

Rüstzeiten gibt es nicht nur an der Maschine: In Gebäudereinigung, Pflege und Hotellerie heißt derselbe Anteil Vor- und Nachbereitung — Wagen bestücken, Wege zurücklegen, Schlüssel holen. Die Systematik ist identisch.

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