Fachbeitrag
Rüstzeit berechnen — und warum kleine Lose so teuer sind.
Die Rüstzeit fällt je Auftrag einmal an, egal ob Sie zehn oder tausend Stück fertigen. Genau deshalb entscheidet sie darüber, ob ein Kleinauftrag Geld bringt oder kostet.
Was zur Rüstzeit gehört
Gemessen wird vom letzten Gutteil des alten Auftrags bis zum ersten Gutteil des neuen. Alles dazwischen ist Rüsten: Werkzeug holen und wechseln, Maschine einrichten, einfahren, Erstmuster prüfen, Papiere und Restmaterial zurückbringen.
Der eigentliche Rüstvorgang, auf Normalleistung bezogen
Zuschlag für Störungen und persönliche Unterbrechungen beim Rüsten
Zuschlag bei körperlich schwerem Rüsten, häufig 0
Summe der drei Anteile, einmal je Auftrag
Rechenbeispiel aus einer Stanzerei
Auftragszeit T = t_r + m · t_e. Bei 50 Stück verteilen sich 42 Minuten Rüsten auf 40 Minuten Fertigung — der Auftrag kostet fast doppelt so viel Zeit wie die reine Bearbeitung. Wer mit einem pauschalen Rüstzuschlag kalkuliert, verrechnet sich hier in beide Richtungen.
Drei Fehler, die ich regelmäßig sehe
Ein fester Rüstzuschlag in Prozent für alle Maschinen und Lose
Einfahren und Erstmusterprüfung werden nicht mitgerechnet
Werte von vor zehn Jahren, seither neue Werkzeuge und Spannmittel
Rüstzeit auch außerhalb der Fertigung
Rüstzeiten gibt es nicht nur an der Maschine: In Gebäudereinigung, Pflege und Hotellerie heißt derselbe Anteil Vor- und Nachbereitung — Wagen bestücken, Wege zurücklegen, Schlüssel holen. Die Systematik ist identisch.