REFA-FACHMANN · BUNDESWEIT IM EINSATZ · SELBSTSTÄNDIG SEIT 2004

Fachbeitrag

Die Sechs-Stufen-Methode nach REFA.

Das Arbeitsgerüst hinter jeder Prozessverbesserung: erst verstehen, was ist — dann entscheiden, was wird. In dieser Reihenfolge, weil sonst Lösungen gebaut werden für Probleme, die niemand gemessen hat.

Stufe 1 — Aufgabe abgrenzen

Welcher Bereich, welche Arbeitsplätze, welches Ziel — und woran wird der Erfolg später gemessen. Ohne diese Festlegung wird die Untersuchung beliebig.

Stufe 2 — Ist-Zustand erfassen

Ablaufabschnitte gliedern, Zeiten aufnehmen, Leistungsgrad beurteilen. Hier entstehen die Zahlen, auf die sich alle Folgeschritte stützen.

Stufe 3 — Ist-Zustand kritisch würdigen

Wo liegen Wartezeiten, Doppelwege, Suchvorgänge? Bewertet wird der Ablauf, nicht der Mensch, der ihn ausführt.

Stufe 4 — Lösungen entwickeln

Mehrere Soll-Varianten, bewusst auch unbequeme. Die Mitarbeiter am Platz kennen die meisten davon bereits.

Stufe 5 — Optimale Lösung auswählen

Bewertung nach Aufwand, Wirkung und Umsetzbarkeit — mit den Zahlen aus Stufe 2 als Maßstab, nicht nach Bauchgefühl.

Stufe 6 — Einführen und Einhaltung kontrollieren

Umsetzen, nachmessen, Vorgabezeiten aktualisieren. Die Stufe, die am häufigsten ausgelassen wird — und die entscheidet, ob die Verbesserung bleibt.

Wo die Methode in der Praxis kippt

Fast immer zwischen Stufe 2 und 3: Es wird geschätzt statt gemessen, und ab da diskutiert der Betrieb über Meinungen. Die zweite Sollbruchstelle ist Stufe 6 — eingeführt wird die Lösung, nachgemessen wird nie.

Die Methode ist nicht an Fertigung gebunden. Sie funktioniert in der Montage genauso wie in Gebäudereinigung, Lager, Pflege oder Verwaltung — überall dort, wo ein Ablauf sich wiederholt.

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